Gedanken, LLD, Medien

Unterstützung des Religionsunterrichtes

Dieser Artikel entstand für die Online-Lernumgebung „Lehren – Lernen – Digitalität“ der Universität Luzern und ist zunächst dort erschienen als Teil des Lernmoduls „Grundlagen“.

Neben den im ersten Artikel aufgeführten Möglichkeiten, die die neuen Medien bieten können, den Unterricht zu unterstützen, gibt es auch einige Ansatzpunkte, die sich insbesondere für den Religionsunterricht bieten. Und gerade der Religionsunterricht kann in besonderer Weise von einer medialen Unterstützung profitieren:

Oftmals nehmen am Religionsunterricht auch die Schüler*innen teil, die einer anderen als der christlichen Religion angehören, keiner Kirche angehören sowie selbstverständlich diejenigen, die keinen Bezug (mehr) zu ihrer eigenen Religion haben, aber dennoch weiterhin (Kirchen-)Mitglied sind. So ist „[d]ie christliche Religion […] für viele […] heute zu einer Fremdreligion geworden. Das bedeutet unter anderem: Konkrete Formen gelebter christlicher Religion […] sind ihnen vielfach unbekannt; eigene Erfahrungen mit Glauben und Kirche sind rar oder fallen ganz aus.“ (Hilger et al. 66) Das Fehlen eigener religiöser Erfahrungen ist für den Unterricht jedoch nicht zwingend ein Hindernis, denn im Religionsunterricht „wird die Distanz junger Menschen zu kirchlicher Religion nicht zuerst als ein zu behebendes Problem, sondern als Chance und Herausforderung wahrgenommen.“ (Hilger et al. 67) Diese Distanz zwischen den Menschen und der Religion wird also als Anlass genommen zur Diskussion über eben jene Distanz und die Religion als solche. Medien, insbesondere die neuen, können in diesem Zusammenhang dazu dienen, die bestehende Distanz zu überbrücken, da die Medien für die Schüler*innen alltäglich sind. So wirkt Religion für die Schüler*innen nicht mehr unbekannt und fremd wie unter Umständen zuvor, sondern erreicht sie deutlich direkter. Religion existiert nicht mehr nur in Form von alten Gebäuden und Texten, sondern so modern und interaktiv wie alles, was sie auch sonst tagtäglich erleben.

Die Schüler*innen erhalten die Möglichkeit, „[…] sich spielerisch, probierend und experimentierend mit christlichen Traditionsbeständen in Beziehung zu setzen. Religion darf und soll auf diese Weise neu „in Szene“ gesetzt werden – ohne dass damit sogleich eine Haltung persönlicher Gläubigkeit verbunden sein müsste.“ (Hilger et al. 67) Und entsprechendes gilt dann auch für Traditionen anderer Religionen.

In einem Unterricht, der mit Impulsen oder komplexen Problemsituationen anstelle von klassischen Lehrerfragen arbeitet, kann „[…] das Zeigen und Demonstrieren von mitgebrachten Gegenständen“ (Hilger et al. 533) eben „[…] jenes Anliegen […], Fragen an den Gegenständen zu entwickeln, […erfüllen. Dass…] also aus dem interessanten Gegenstand die Neugier wachgerufen wird, mehr wissen zu wollen.“ (ebd.) Neben dieser Form von Impulsen sind „Anregungen, die aus dem Vorführen und Vormachen erwachsen […] in Vergessenheit geraten“. (ebd.) Da das Vorlesen eines Textes in der Klasse ab einer gewissen Klassenstufe wohl kaum mehr angebracht scheint, können auch hier die neuen Medien wiederum eingreifen. „Im Unterschied zu – abgegriffenen – Folien und Arbeitsblättern sind hier personale Angebote enthalten, die zum Mitmachen, Weiterdenken und Transformieren anregen.“ (ebd.) Die kollaborativen und kommunikativen Elemente, die seit dem Web 2.0 geboten werden, bieten für den Unterricht neue und ungewohnte Herangehensweisen, die den Schüler*innen eventuell einen unverkrampften und unvoreingenommenen Umgang ermöglichen.

Projekte mit theologischem/religionspädagogischem Fokus

Mittlerweile wurde eine Vielzahl diverser Apps und Projekte entwickelt, die einen klaren theologischen Fokus haben und sich daher explizit für religionspädagogische Kontexte eignen. Nachfolgend sollen einige Beispiele kurz benannt werden, um die Vielfältigkeit der Möglichkeiten aufzuzeigen:

Literaturnachweis

Hilger, Georg / Leimgruber, Stephan / Ziebertz, Hans-Georg (2010): Religionsdidaktik. Ein Leitfaden für Studium, Ausbildung und Beruf. München: Kösel-Verlag

Ein Gedanke zu „Unterstützung des Religionsunterrichtes“

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